Für die meisten Menschen ein Alptraum, in einem von drei österreichischen Haushalten ist es allerdings Realität: Schimmel in der Wohnung oder im Haus. Aber ist die Panik gerechtfertigt? In unserem Blogbeitrag räumen wir mit den gängigsten Schimmel-Mythen auf und erklären worauf es wirklich ankommt, wenn der Haushalt betroffen ist.

Mythos 1: Die wenigsten Haushalte sind von Schimmel betroffen

Die Schimmelsporen sind überall – draußen und in der Raumluft. Sie werden allerdings erst zu Schimmelpilzen, wenn Luftfeuchtigkeit und Raumtemperatur die perfekten Wachstumsbedingungen schaffen. Schimmelpilze sind allerdings keine Seltenheit, denn ein Drittel aller österreichischen Haushalte ist davon betroffen. Und da Schimmelpilze vor allem Feuchtigkeit mögen, sind neue Bauten und Haushalte in denen viele Personen leben am häufigsten betroffen. Oftmals bilden sich Schimmelpilze zuerst im Keller, im Badezimmer oder in der Küche.

Mythos 2: Schon wenig Schimmel schadet der Gesundheit erheblich

Diese Meinung ist bereits lange Zeit im allgemeinen Bewusstsein verankert. Schimmel kann in einigen Fällen tatsächlich ein Risiko für die Gesundheit darstellen: zum Beispiel bei Asthmatikern oder Menschen, die eine starke Allergie gegen Schimmelpilzsporen haben. In beiden Fällen sollte auch bei wenig Schimmelbefall sofort gehandelt werden. Allerdings ist der schwarze Schimmel, der sich häufig in Badewannenfugen oder Duschen bildet, meist absolut harmlos. Bei wenig Schimmel besteht also selten Handlungsbedarf. Ist dieser aber weit fortgeschritten sein, sollte auf jeden Fall die Hausverwaltung benachrichtigt werden.

Mythos 3: Das Anti-Schimmel-Mittel aus dem Baumarkt wird es schon richten

Da die meistverbreiteten Schimmelpilze ungefährlich sind, stellen die chemischen Reiniger oft ein größeres Risiko für die Gesundheit dar, als der Schimmel selbst. Als Faustregel gilt: Wenn die Fläche des Schimmelbefalls nicht größer ist als ein DIN-A4-Blatt, ist keine Fachkraft notwendig. Meist lässt sich der Schimmel relativ einfach entfernen. Oft kann sogar 70%iger Alkohol Abhilfe schaffen und oberflächlicher Befall lässt sich häufig auch einfach abspachteln. Allerdings sollte bei Schimmel in den Fugen kein Alkohol verwendet werden, da das zu Wasserschäden führen kann. Befallene Fugen müssen ausgetauscht werden, da der Schimmel nicht nur oberflächlich sitzt, sondern ins Material einwächst. Von Essig als Reinigungsmittel ist aber abzusehen, da dieser ein Nährboden für Schimmelpilze ist.

Mythos 4: Mein Wohnverhalten kann die Schimmelbildung nicht beeinflussen

Es ist kaum möglich, alle Risikofaktoren zu vermeiden. Alleine durch die Atmung mehrerer Menschen in einem Raum erhöht sich die Luftfeuchtigkeit. Oft sind auch die Bauarten von Wohnungen begünstigende Faktoren. In vielen Fällen bildet sich Schimmel aber auch durch falsches Lüften oder fehlplatzierte Möbelstücke: Große Möbel, die vor Außenwänden stehen, fördern die Schimmelbildung an den Wänden. Fünf Mal täglich Stoßlüften, für höchstens zehn Minuten ist ideal. Vor allem für berufstätige Menschen ist das aber oft schwer umzusetzen, daher sollte in diesem Fall zumindest morgens und abends gelüftet werden. Während der Heizperioden ist auch darauf zu achten, dass die Innentemperatur immer etwas über 20 Grad liegt. Denn Kälte und Feuchtigkeit bieten für viele Schimmelpilze die besten Wachstumsbedingungen.

Wenn Ihr Haushalt von Schimmelpilzen betroffen sein sollte, dann können Sie mit Hilfe dieser Tipps schon erste Maßnahmen ergreifen, um das Risiko zu vermindern. Grundsätzlich gilt aber: Wenn Sie nicht sicher sind, kontaktieren Sie die Hausverwaltung. Denn diese kann Fachkräfte beauftragen, die das Risiko für Wohnräume und Gesundheit beurteilen und Sie hinsichtlich notwendiger Schritte beraten können. Gerne können Sie sich aber auch direkt mit uns in Verbund setzen – wir helfen Ihnen gerne weiter.